Jedermann kann die Techniken leicht erlernen wenn man sie von einem erfahrenen Weber gezeigt bekommt. Etwas schwieriger ist es den Vorgang nur in Worten und Bildern zu erläutern. Mit ein wenig Übung und sobald sich ein gewisser Rhythmus eingespielt hat, ist ein 60cm Band mit doppellagiger Seide in etwa 20 Minuten fertiggestellt. Das resultierende Teil ist erstaunlich stark und, wenn farbige Seide verwendet wird fein detailliert.

Zuerst muss man sich die Schlaufen zurechtmachen. Die beste Methode für einfarbige Bänder ist ein langes Stück Faden um zwei Punkte (Stäbe, Daumen, etc.) zu wickeln, bis die richtige Anzahl von Schlaufen erreicht ist. Bei Mehrfarbigen Bändern benötigt man von jeder Farbe so viele Schlaufen, daß die Summe der gewählten Gesamtzahl entspricht.

Um das Weben zu erleichtern, ist es wichtig, dass alle Schlaufen die selbe Länge haben. Das eine Ende kann mit einem großen Knoten zusammengebunden werden, dabei sollte man darauf achten, daß man noch Faden lässt um das Ende festzubinden (Für kurze Bänder eignet sich dafür z.B. der Fuß).

Der Weber sollte nun das geknotete Ende festbinden und die Schlaufen auf seinen Fingern verteilen. Dabei beginnt er mit dem Zeigefinger und geht dann im Uhrzeigersinn weiter.

Für die einfachen Muster mit sieben Schlaufen sind dann 4 Schlaufen auf einer, 3 Schlaufen auf der anderen Hand.

Die folgenden Abbildungen zeigen den Vorgang, wobei die rechte Hand als Starthand mit 3 Schlaufen verwendet wird. Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand haben jeweils eine Schlaufe aufgenommen. Der kleine Finger ist leer.

Als Erstes werden die Schlaufen von Finger zu Finger heruntergelegt. Angefangen vom untersten sollte dies mit viel Fingerfertigkeit machbar sein (Falls dies nicht gleich klappt kann man die andere Hand zu Hilfe nehmen). In diesem Beispiel wird die Schlaufe vom Ringfinger auf den kleinen Finger gelegt. Darauf die Schlaufe vom Mittelfinger zum Ringfinger. Als letztes spannt man mit dem Mittelfinger und dem Zeigefinger die oberste Schlaufe auf. Das ganze sollte etwa so aussehen.

Die Hände werden zusammengeführt, wobei der Zeigefinger der rechten Hand durch die unterste Schlaufe (Schlaufe auf dem kleinen Finger) gesteckt wird.

Jetzt folgt der etwas schwierige Teil.
Vorsichtig nimmt der Zeigefinger die Schlaufe auf; der Daumen hilft dabei indem er die Schlaufe fixiert. Dann zieht man diese Schlaufe mit Zeigefinger und Daumen durch die Aufgespannte Schlaufe der rechten Hand hindurch. Dadurch "verknotet" man diese Schlaufe mit der aufgespannten.



Nun befinden sich auf der rechten Hand 4 Schlaufen und auf der linken Hand 3.

Das Ergebnis von dem Ganzen ist, der Übergang einer Schlaufe von einer Hand zur anderen.

Nach diesem Schritt streckt man seine Arme auseinander. Dies schiebt den "Knoten" an das andere Ende und zieht die bisher verknoteten Schlaufen fester zusammen.

Dies beendet den halben Durchlauf. Die Zahl der Schlaufen auf jeder Seite hat sich vertauscht. Der Vorgang wird nun seitenverkehrt wiederholt:
Schlaufen auf der Linken herunterlegen. Die unterste der Rechten aufnehmen und Hände auseinanderstrecken. Das Band kann nun weitergewebt werden bis die gewünschte Länge erreicht ist, oder die Schlaufen zu kurz zum Weben werden.

Bänder mit gerader Schlaufenanzahl machen generell keine Probleme, jedoch ist es wichtig, daß man weiß mit welcher Hand als nächstes weitergearbeitet werden muß. Bei ungerader Anzahl kann man dagegen die Regel "Unterste Schlaufe mit der Hand aufnehmen die weniger Schlaufen hat" anwenden.

Authentische 14 Schlaufen Bänder (und andere mit mehr als 8 Fäden) erfordern, daß beide Personen jeweils die Schlaufen einer Seite nehmen. Die Herunterleg-Sequenz dauert dadurch länger, da die Schlaufen die Hände einer Person wechseln. Der Vorteil daran ist, daß man wenigstens jemanden hat mit dem man sich unterhalten kann.